Fachkunde zum Freimessen für Kläranlagen und Kanalbetriebe nach DGUV Regel 113-004

Sicher messen, Gefährdungen erkennen und Arbeiten in Schächten, Kanälen und umschlossenen Räumen sicher vorbereiten.

Wer in Kläranlagen, Kanalnetzen oder anderen abwassertechnischen Anlagen arbeitet, kennt die besonderen Herausforderungen: Schächte, Kanäle, Pumpwerke und andere umschlossene Bereiche können Atmosphären aufweisen, deren Gefahren nicht mit den menschlichen Sinnen zuverlässig erkannt werden können.

Genau hier kommt das Freimessen ins Spiel.

Mit unserer Schulung zur Fachkunde zum Freimessen nach DGUV Grundsatz 313-002 im Sinne der DGUV Regel 113-004 vermitteln wir die erforderlichen Kenntnisse, um Messungen fachgerecht vorzubereiten, geeignete Messverfahren auszuwählen, Messergebnisse zu beurteilen und Freimessungen sicher durchzuführen. Somit erfüllen sie die Anforderungen gemäß der DGUV Regel 103-004 – Arbeiten in umschlossenen Räumen von abwassertechnischen Anlagen und DGUV Regel 103-602 – Branche Abwasserentsorgung in Bezug auf die Qualifikation der Fachkundigen zum Freimessen.

Die Schulung richtet sich speziell an Unternehmen, Kommunen und Beschäftigte aus der Abwasserentsorgung, Klärtechnik und Kanalwirtschaft.

Machen Sie Ihre Mitarbeiter fit für das sichere Freimessen.

Arbeiten in Schächten, Kanälen und anderen umschlossenen Bereichen können mit erheblichen Gefährdungen verbunden sein.

Durch eingeschränkten Luftaustausch oder betriebliche und biologische Prozesse können beispielsweise Sauerstoffmangel, gefährliche Gase und Dämpfe oder eine explosionsfähige Atmosphäre auftreten. Die DGUV weist für umschlossene Räume in abwassertechnischen Anlagen ausdrücklich auf solche Gefährdungen hin.

Das Gefährliche daran:

Eine kritische Atmosphäre ist häufig weder sichtbar noch rechtzeitig wahrnehmbar.

Deshalb kann vor dem Einstieg oder vor Beginn bestimmter Arbeiten eine qualifizierte Beurteilung der Atmosphäre erforderlich sein.

Beim Freimessen wird die momentane Situation in einem Behälter oder engen Raum insbesondere hinsichtlich Gefahrstoffexposition, Explosionsgefahr sowie Sauerstoffmangel oder Sauerstoffüberschuss festgestellt.

Gerade in der Abwassertechnik ist daher entscheidend, dass die mit dem Freimessen beauftragte Person nicht nur ein Messgerät bedienen kann, sondern auch versteht:

  • Was muss gemessen werden?
  • Wo muss gemessen werden?
  • Wann ist eine Messung aussagekräftig?
  • Welche Messverfahren sind geeignet?
  • Wie sind Messergebnisse zu bewerten?
  • Welche Fehler können bei der Messung entstehen?
  • Welche Konsequenzen ergeben sich aus dem Messergebnis?

Genau diese Zusammenhänge stehen im Mittelpunkt unserer Schulung.

Die DGUV Regel 113-004 „Behälter, Silos und enge Räume“ beschreibt Schutzmaßnahmen für Arbeiten in Behältern, Silos und engen Räumen. Dabei werden unter anderem Gefährdungen durch Gefahrstoffe und gefährdende Medien sowie weitere Schutz-, Zugangs-, Notfall- und Rettungsmaßnahmen behandelt.

Für die Qualifikation der Personen, die das Freimessen durchführen sollen, ist insbesondere der DGUV Grundsatz 313-002 „Auswahl, Ausbildung und Beauftragung von Fachkundigen zum Freimessen nach DGUV Regel 113-004“ von Bedeutung. Der Grundsatz beschreibt die Auswahl, Ausbildung und Beauftragung fachkundiger Personen zum Freimessen.

Unsere Schulung orientiert sich an diesen Anforderungen und stellt dabei den praktischen Bezug zu Kläranlagen, Kanalnetzen und abwassertechnischen Anlagen in den Mittelpunkt.

Die Schulung ist besonders interessant für Mitarbeiter und Verantwortliche aus Bereichen wie:

  • kommunale und industrielle Kläranlagen
  • Kanalbetriebe und Kanalnetzbetreiber
  • Stadtwerke und kommunale Eigenbetriebe
  • Abwasserzweckverbände
  • Wasser- und Abwasserverbände
  • Kanalreinigungsunternehmen
  • Rohr- und Kanalservice
  • Kanalinspektion und Kanalsanierung
  • Instandhaltung abwassertechnischer Anlagen
  • Pumpwerke und Hebeanlagen
  • industrielle Abwasserbehandlung
  • Umwelttechnik und Entsorgungsbetriebe
  • technische Betriebsführung
  • Fremdfirmen und Dienstleister im Abwasserbereich

Auch für Meister, Vorarbeiter, Betriebspersonal, Instandhalter und verantwortliche Personen, die Freimessungen organisieren oder zukünftig selbst durchführen sollen, ist die Qualifikation besonders relevant.

Das Thema Freimessen begegnet Beschäftigten in der Abwasserentsorgung an vielen Stellen des Arbeitsalltags.

Typische Einsatzbereiche können beispielsweise sein:

Kanalschächte und Revisionsschächte

Vor dem Einstieg in Schächte muss beurteilt werden, ob eine gefährliche Atmosphäre vorhanden sein kann und welche Schutzmaßnahmen erforderlich sind.

Kanalisation und Abwasserkanäle

In Kanalnetzen können sich die atmosphärischen Bedingungen verändern. Ein fachgerechtes Messkonzept muss diesen besonderen Bedingungen Rechnung tragen.

Pumpwerke und Pumpenschächte

Auch Pumpenschächte, Hebeanlagen und vergleichbare Bereiche können nur eingeschränkt belüftet sein und besondere Anforderungen an die Beurteilung der Atmosphäre stellen.

Behälter und umschlossene Anlagenteile

Bei Wartungs-, Reinigungs- oder Instandhaltungsarbeiten können Einstiege in Behälter oder andere umschlossene Räume erforderlich werden.

Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten

Gerade bei nicht alltäglichen Arbeiten ist es wichtig, vor Beginn der Tätigkeit festzustellen, welche Gefährdungen vorhanden sein können und wie die Messung durchgeführt werden muss.

Eine Fachkunde zum Freimessen bedeutet deutlich mehr als das Einschalten eines Gaswarngerätes.

Die Teilnehmer müssen verstehen, warum sie messen, was sie messen, wie sie messen und wie das Ergebnis zu beurteilen ist.

Der DGUV Grundsatz 313-002 sieht für die Ausbildung unter anderem die Themenbereiche rechtliche Grundlagen, Gefahrstoffe, Gasmesstechnik, Messstrategie und praktische Übungen vor. Auch ein Nachweis der Fachkunde durch eine Prüfung ist Bestandteil des beschriebenen Ausbildungskonzepts.

Rechtliche und organisatorische Grundlagen

Die Teilnehmer lernen die wesentlichen Zusammenhänge rund um das Freimessen und die einschlägigen DGUV-Regelwerke kennen.

Dazu gehört auch die Frage, welche Aufgaben und Verantwortlichkeiten eine zum Freimessen beauftragte Person übernimmt.

Gefahrstoffe und gefährliche Atmosphären

Ein Schwerpunkt liegt auf dem Verständnis möglicher atmosphärischer Gefährdungen.

Dazu gehören insbesondere:

  • Sauerstoffmangel und Sauerstoffüberschuss
  • gefährliche Gase und Dämpfe
  • toxische Atmosphären
  • explosionsfähige Atmosphäre
  • mögliche Veränderungen der Atmosphäre während der Arbeiten
Grundlagen der Gasmesstechnik

Die Teilnehmer beschäftigen sich mit unterschiedlichen Messprinzipien und deren Einsatzmöglichkeiten.

Dazu gehören beispielsweise:

  • direkt anzeigende Gaswarngeräte
  • unterschiedliche Sensortypen
  • Sonden und Ansaugschläuche
  • mögliche Mess- und Anwendungsfehler
  • Sichtkontrolle und Anzeigetest

Diese Themen sind ausdrücklich Bestandteil des Musterlehrplans des DGUV Grundsatzes 313-002.

Praxis und Anwendung

Die sichere Anwendung der Messtechnik muss verstanden und geübt werden.

Deshalb ist der praktische Umgang mit der Messtechnik ein wesentlicher Bestandteil einer fundierten Ausbildung zum Freimessen.

Der Inhalt wird zu 100% auf den wirklichen Bedarf angepasst, was auch die verwendete Messtechnik und Organisation im Betrieb einschließt.

Lassen Sie sich beraten und ein Angebot für Ihre individuelle Schulung erstellen