Gasmess- und Gaswarngeräte im Feuerwehreinsatz

Messen ist nur der Anfang – entscheidend ist, was Sie aus dem Messwert machen

Gasmessgeräte und Gaswarngeräte gehören bei vielen Feuerwehreinsätzen zu den wichtigsten Hilfsmitteln zur Beurteilung einer möglicherweise gefährlichen Atmosphäre.

Doch ein Messgerät einzuschalten und einen Zahlenwert abzulesen, reicht nicht aus.

  • Was bedeutet der angezeigte Wert tatsächlich?
  • Ist der Messwert plausibel?
  • Welche Grenzen hat das eingesetzte Messgerät?
  • Wo und wie muss gemessen werden?
  • Und vor allem: Welche taktischen und organisatorischen Maßnahmen müssen sich aus dem Messergebnis ergeben?

Genau hier setzt unsere Praxisschulung zur Anwendung von Gasmess- und Gaswarngeräten im Feuerwehreinsatz.

Wir vermitteln nicht nur die Bedienung der Geräte. Die Teilnehmer lernen, Messwerte zu verstehen, richtig einzuordnen und daraus nachvollziehbare Maßnahmen für den Feuerwehreinsatz abzuleiten.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf einem außergewöhnlich hohen Praxisanteil mit zahlreichen Live-Vorführungen, Demonstrationen und kontrollierten Experimenten mit realen Stoffen, Gasen und Gefahrstoffen.

Denn Gasmesstechnik muss man nicht nur erklärt bekommen.
Man muss sie sehen und erleben, um sie verstehen zu können.

Praxisschulung Gasmesstechnik für Feuerwehren

Moderne Gasmess- und Gaswarngeräte können innerhalb kürzester Zeit wichtige Informationen liefern.
Doch der angezeigte Messwert ist nur dann hilfreich, wenn die Einsatzkraft weiß, was das Gerät tatsächlich misst und wie das Ergebnis zu bewerten ist.
Genau darin liegt eine der größten Herausforderungen bei der Verwendung von Gasmessgeräten im Feuerwehreinsatz.

Ein Wert auf dem Display ist zunächst nur ein Wert.

Erst durch das Wissen über den Stoff, das Messprinzip, die Einsatzsituation, mögliche Querempfindlichkeiten, die Messstrategie und die Grenzen des Gerätes entsteht daraus eine einsatztaktisch nutzbare Information.

Unsere Schulung verbindet deshalb drei Bereiche miteinander:

MESSEN → VERSTEHEN → HANDELN

Im Feuerwehralltag werden tragbare Gasmessgeräte häufig zusammenfassend als Gaswarngeräte bezeichnet.
Dabei können die eingesetzten Geräte sehr unterschiedliche Aufgaben erfüllen.
Je nach Ausstattung können Gasmess- und Gaswarngeräte beispielsweise zur Erkennung und Beurteilung unterschiedlicher atmosphärischer Gefahren eingesetzt werden.

Für die Einsatzkraft reicht es deshalb nicht aus zu wissen, welcher Knopf gedrückt werden muss.

Viel wichtiger ist zu verstehen:

  • Was kann mein Gasmessgerät überhaupt erkennen?
  • Was kann es nicht erkennen?
  • Welche Sensoren befinden sich im Gerät?
  • Was bedeutet die jeweilige Anzeige?
  • Wie schnell reagiert das Gerät?
  • Welche Einflüsse können einen Messwert verändern?
  • Wo muss ich messen?
  • Wann ist ein Messwert plausibel?
  • Was bedeutet ein Alarm?
  • Was bedeutet es, wenn das Gerät keinen Alarm auslöst?
  • Welche Maßnahmen müssen aus dem Messergebnis folgen?

Genau diese Fragen werden in unserer Feuerwehrschulung nicht nur theoretisch besprochen, sondern anhand von praktischen Messsituationen und anschaulichen Versuchen demonstriert.

Messwerte richtig interpretieren und Maßnahmen ableiten

Eine der wichtigsten Botschaften unserer Schulung lautet:

Ein Gasmessgerät nimmt der Einsatzkraft die Entscheidung nicht ab.

Das Gerät liefert Informationen.
Die Einsatzkraft muss diese Informationen jedoch richtig interpretieren und in die Gesamtbeurteilung der Einsatzstelle einordnen.

Deshalb beschäftigen wir uns intensiv mit der Frage:
„Was mache ich jetzt mit meinem Messwert bzw. Anzeige?“

Denn genau an dieser Stelle entstehen in der Praxis häufig Unsicherheiten.
Die Teilnehmer lernen, Messwerte nicht isoliert zu betrachten, sondern mit der jeweiligen Einsatzsituation zu verbinden.

Dabei geht es beispielsweise um Fragen wie:

  • Muss ein Gefahrenbereich angepasst werden?
  • Ist zusätzliche persönliche Schutzausrüstung erforderlich?
  • Muss Atemschutz getragen werden?
  • Sind weitere Messungen notwendig?
  • Muss die Messstelle verändert werden?
  • Ist eine kontinuierliche Überwachung erforderlich?
  • Welche Entwicklung des Messwertes ist zu erwarten?
  • Sind weitere Stoffinformationen erforderlich?
  • Müssen Spezialkräfte oder Fachberater hinzugezogen werden?
  • Welche Auswirkungen hat der Messwert auf den weiteren Einsatzablauf?

Die konkrete Entscheidung bleibt dabei immer abhängig von Stoff, Konzentration, Einsatzlage, Messverfahren, Gerät und den geltenden taktischen Vorgaben.

Genau dieses Denken möchten wir trainieren.

Ein Mehrgasmessgerät kann verschiedene Zahlen, Einheiten, Symbole und Alarmmeldungen anzeigen.
Doch was bedeutet das für den Einsatz?
Unsere Schulung legt deshalb einen besonderen Schwerpunkt auf das Verständnis der angezeigten Werte.
Die Teilnehmer beschäftigen sich unter anderem mit:

Sauerstoffmessung

Was bedeutet eine veränderte Sauerstoffkonzentration?
Welche Ursachen können dahinterstehen?
Und warum kann bereits die Sauerstoffanzeige wichtige Hinweise auf weitere Vorgänge innerhalb eines Raumes oder Bereiches liefern?

Brennbare Gase und Dämpfe

Was sagt die Anzeige eines Ex-Sensors aus?
Was bedeutet eine Anzeige in % UEG?
Warum ist die Anzeige nicht automatisch mit einer konkreten Stoffkonzentration gleichzusetzen?
Und welche Faktoren können die Aussagekraft beeinflussen?

Toxische Gase und Dämpfe

Was bedeutet beispielsweise eine Anzeige in ppm?
Wie ist ein Messwert im Zusammenhang mit dem jeweiligen Stoff zu betrachten?
Wann reicht das vorhandene Gaswarngerät möglicherweise nicht aus und wann sind weitere Messverfahren erforderlich?

Unsere Teilnehmer sollen nach der Schulung nicht nur sagen können:

„Das Gerät zeigt 20 an.“

Sondern verstehen:

Was diese 20 bedeuten – und welche Konsequenz daraus für den Einsatz entstehen kann.

Auch das beste Gasmessgerät liefert nur Informationen über die Atmosphäre, mit der sein Sensor tatsächlich in Kontakt kommt.
Deshalb ist die Messstrategie ein zentraler Bestandteil unserer Schulung.

Wir besprechen anhand typischer Einsatzlagen unter anderem die Messung bei:

  • Gasgeruch in Gebäuden
  • unbekannten Gerüchen
  • Gefahrstoffaustritten
  • Leckagen
  • Industrie- und Gewerbebetrieben
  • Kellerräumen
  • Schächten und Gruben
  • Kanälen und Abwasseranlagen
  • Behältern und umschlossenen Räumen
  • Biogasanlagen
  • Kühlanlagen
  • Heizungsanlagen
  • CO-Einsätzen
  • Einsätzen mit brennbaren Gasen
  • Verkehrsunfällen mit Gefahrstoffen
  • beschädigten Rohrleitungen
  • Bränden und Nachlöscharbeiten
  • unbekannten chemischen Stoffen

Dabei steht immer die Frage im Mittelpunkt:

Wie erhalte ich einen Messwert, der mir tatsächlich bei der Beurteilung meiner Einsatzlage hilft?


Hoher Praxisanteil – Gasmesstechnik live erleben

KEINE Folienschulung

Gasmesstechnik lässt sich theoretisch erklären.
Wirklich verständlich wird sie jedoch erst, wenn man live erlebt, wie Messgeräte auf unterschiedliche Situationen reagieren.
Genau deshalb besitzt unsere Schulung einen besonders hohen Praxisanteil.

Abhängig vom Schulungsumfang demonstrieren wir unterschiedliche Messsituationen mit geeigneten realen Stoffen, Gasen und Gefahrstoffen unter kontrollierten und entsprechend abgesicherten Schulungsbedingungen.

Die Teilnehmer erleben unmittelbar:

  • wie unterschiedlich Sensoren reagieren können,
  • wie sich Messwerte aufbauen und verändern,
  • wie Messgeräte auf verschiedene Atmosphären reagieren,
  • warum die Position der Messung entscheidend sein kann,
  • welchen Einfluss die Messstrategie haben kann,
  • warum ein Messwert kritisch hinterfragt werden muss,
  • wo Grenzen eines Messgerätes liegen können,
  • wie sich Veränderungen einer Atmosphäre auf die Anzeige auswirken können.

Das Ziel ist der Aha-Effekt für den nächsten realen Feuerwehreinsatz.


Echte Gase, echte Gefahrstoffe, echte Messreaktionen

Ein wesentlicher Unterschied zu einer klassischen theoretischen Geräteunterweisung ist die praktische Darstellung.
Wir möchten nicht nur erklären:

„So könnte Ihr Gaswarngerät reagieren.“

Wir möchten – soweit dies im sicheren Schulungsrahmen möglich ist – zeigen:

„Genau so reagiert das Messgerät.“

Dazu arbeiten wir mit ausgewählten realen Stoffen und Demonstrationssituationen unter festgelegten Sicherheitsbedingungen.

Dadurch können die Teilnehmer das Verhalten von Gasmess- und Gaswarngeräten unmittelbar beobachten und Zusammenhänge erkennen, die auf einer Präsentationsfolie nur schwer zu vermitteln sind.

Gerade bei Themen wie Sensorreaktion, Messwertentwicklung, Stoffeigenschaften, Messstrategie und Interpretation entsteht dadurch ein wesentlich nachhaltigeres Verständnis.

Die Schulung richtet sich insbesondere an:

  • Freiwillige Feuerwehren
  • Berufsfeuerwehren
  • Werkfeuerwehren
  • Betriebsfeuerwehren
  • Gefahrstoff- und Gefahrguteinheiten
  • ABC- und CBRN-Einheiten
  • Führungskräfte
  • Gruppenführer
  • Zugführer
  • Einsatzleiter
  • Atemschutzgeräteträger
  • Gerätewarte
  • Ausbilder
  • Fachberater
  • Mitarbeiter von Feuerwehren mit Gasmess- oder Gaswarngeräten

Besonders wertvoll ist die Schulung für Feuerwehren, die bereits über Mehrgasmessgeräte oder andere Gaswarngeräte verfügen und ihren Einsatzkräften nicht nur die Bedienung, sondern das Verständnis hinter der Messung vermitteln möchten.


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